Zur Beantwortung der Frage, welche ökologischen Potentiale sich aus gesundheitlich ausgewogeneren Ernährungsweisen ergeben, wurde ein Vergleich mit folgenden Ernährungsempfehlungen vorgenommen:

 

- Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE). Diese orientieren sich am Leitbild einer vollwertigen Ernährung (DGE 2008). Seit 2013 berücksichtigten sie auch explizit einige Nachhaltigkeitsaspekte, wie beispielsweise Klimaschutz.

- Empfehlungen des Verbands für Unabhängige Gesundheitsberatung (UGB). Diese  o­rientieren sich am Leitbild der Vollwerternährung bzw. einer nachhaltigen Ernährung (UGB 2011). Neben gesundheitlichen Abwägungen schließen sie explizit ökologische und soziale Kriterien in den Empfehlungskatalog ein, wie beispielsweise den Kauf von regionalen Bioprodukten und fair-gehandelten Artikeln.

- Empfehlungen des US-amerikanischen Landwirtschafts- und Gesundheitsdepartments (USDA/USDHHS 2010) zu einer ovo-lacto-vegetarischen und veganen Ernährungsweise. Neben den Empfehlungen zu einer Standard-Kost beinhaltet die letzte Auflage der Dietary Guidelines for Americans auch Empfehlungen, die im Falle einer ausgewogenen vegetarischen Ernährungsweise mit Ei- (ovo) und Milchprodukten (lacto) und einer veganen, also gänzlich pflanzlichen Ernährungsweise befolgt werden sollten.

 

Als Vergleichsbasis diente dabei eine tägliche Kalorienaufnahme von 2.000 kcal pro Person.

        

 

Treibhausgasemissionen

 

Abbildung 1: Treibhausgasemissionen der Ernährung im Jahr 2006 sowie von Empfehlungen und Ernährungsweisen (auf Basis von 2.000 kcal p-1 d-1)

 

a) produktspezifisch

THG_recommendations

VMÄ: Vollmilchäquivalent (keine Differenzierung zwischen fettarmen und fettreichen Milchprodukten möglich)

 

 

 

b) prozessspezifisch

 

THG_recommendations_process

 

 

LU: land use (Emissionen aus Landnutzung)

dLUC: direct land use change (Emissionen aus direktem Landnutzungswandel)

 

 

 

Ammoniakemissionen

 

Abbildung 2: Ammoniakemissionen der Ernährung im Jahr 2006 sowie von Empfehlungen und Ernährungsweisen (produktspezifisch), auf Basis von 2.000 kcal p-1 d-1

P_recommendations

 

VMÄ: Vollmilchäquivalent (keine Differenzierung zwischen fettarmen und fettreichen Milchprodukten möglich)

 

 

 

Flächenbedarf

 

Abbildung 3: Flächenbedarf der Ist-Situation 2006 sowie von Empfehlungen und Ernährungsweisen (auf Basis von 2.000 kcal p-1 d-1)

 

a) produktspezifisch

flaeche_recommendations

 

VMÄ: Vollmilchäquivalent (keine Differenzierung zwischen fettarmen und fettreichen Milchprodukten möglich)

 

 

b) prozessspezifisch (Differenz zur Ernährung im Jahr 2006)

flaeche_recommendations_process

 

 

 

 

Wasserbedarf, blau

 

 

Abbildung 4: Wasserbedarf (blau) der Ernährung im Jahr 2006 sowie von Empfehlungen und Ernährungsweisen (auf Basis von 2.000 kcal p-1 d-1)

 

a) produktspezifisch

wasser_recommendations

 

 

VMÄ: Vollmilchäquivalent (keine Differenzierung zwischen fettarmen und fettreichen Milchprodukten möglich)

 

 

b) prozessspezifisch (Differenz zur Ernährung im Jahr 2006)

wasser_recommendations_process

 

 

Der Wasserbedarf (blau), der aus den Empfehlungen der DGE und des UGBs resultiert, ist vermutlich höher!!!

Bei der Interpretation der Ergebnisse muss berücksichtigt werden, dass die Produktgruppe Nüsse & Samen nicht als eigenständige Gruppe in den Empfehlungen der DGE und des UGB auftaucht, obwohl davon auszugehen ist, dass beide Institutionen den Verzehr von Nüssen & Samen befürworten. Leider lag zum Zeitpunkt des Verfassens der Arbeit diesbezüglich keine quantifizierbare Aussage vor. Aus diesem Grund ist auch bei den Empfehlungen der DGE und des UGB von einem höheren Wasserbedarf auszugehen.

 

 

 

 

Phosphorbedarf

 

Abbildung 5: Phosphorbedarf der Ernährung im Jahr 2006 sowie von Empfehlungen und Ernährungsweisen (auf Basis von 2.000 kcal p-1 d-1), produktspezifisch

P_recommendations

 

VMÄ: Vollmilchäquivalent (keine Differenzierung zwischen fettarmen und fettreichen Milchprodukten möglich

 

 

 

 

Primärenergieverbrauch (PEV)

 

Abbildung 6: PEV der Ernährung im Jahr 2006 sowie von Empfehlungen und Ernährungsweisen (auf Basis von 2.000 kcal p-1 d-1)

 

a) produktspezifisch

pev_recommendations

 

VMÄ: Vollmilchäquivalent (keine Differenzierung zwischen fettarmen und fettreichen Milchprodukten möglich)

 

b) prozessspezifisch

 

pev_recommendations_process

 

 

 

Link zu Publikationen

 

 

Literaturquellen

 

DGE (2008): Vollwertig essen und trinken nach den 10 Regeln der DGE. Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V., aid Infodienst, Bonn. S. 7-25.

 

Meier, T. (2014): Umweltschutz mit Messer und Gabel - Der ökologische Rucksack der Ernährung in Deutschland. oekom-Verlag, München.

 

Meier, T., O. Christen (2013): Environmental Impacts of Dietary Recommendations and Dietary Styles: Germany As an Example. In: Environ. Sci. Technol 47 (2): 877–888

 

UGB (2011): Empfehlungen der Vollwert-Ernährung. Persönliches Schreiben von Hans-Helmut Martin. Verband für Unabhängige Gesundheitsberatung e.V., Wettenberg/Gießen.

 

USDA, USDHHS (2010): Dietary Guidelines for Americans 2010. 7th Edition. U.S. Department of Agriculture, U.S. Department of Health and Human Services, Washington, DC. S. 81ff.

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